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Richtig kommunizieren während einer Scheidung: wie die innere Einstellung alles verändert

Eine Scheidung ist immer mit einer Vielzahl von Emotionen und Konflikten verbunden. Niemand lässt sich eben so scheiden und meist haben beide Partner einen langen Leidensweg hinter sich und haben sich die Entscheidung, nicht leicht gemacht.

Inmitten dieser herausfordernden Zeit ist eine positive Kommunikation zwischen den Partnern von entscheidender Bedeutung, um noch mehr Leid und Kummer zu vermeiden.

Aber nicht nur eine gute Kommunikation kann helfen, Konflikte zu mildern, Lösungen zu finden und eine Zusammenarbeit zu fördern, sondern auch die richtige innere Einstellung zum Noch-Ehepartner.


In diesem Blogartikel werden wir über die Bedeutung der richtigen Kommunikation während einer Scheidung sprechen und einige hilfreiche Tipps geben, um diesen Prozess zu erleichtern. Vor allem aber möchte ich verdeutlichen, dass eine gelungene Kommunikation sehr viel mit der inneren Einstellung zum Partner zu tun hat. Und da diese bereits zur Trennung geführt hat, ist sie meist auch während einer Scheidung federführend. Doch das muss nicht sein.


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Frau auf dem Weg zum Scheidungstermin

Die innere Einstellung kommt durch das Bild, das man sich über Jahre hinweg vom Partner gemacht hat. Man hat bestimmte Verhaltensweisen des Partners für gut befunden und manche eben auch für schlecht und schädlich für die Verbindung. Letztere sind meist die, die dann auch sukzessive zu einer Spaltung in der sonst so tiefen Verbindung führen können. Hat man das nicht rechtzeitig bemerkt und gegen gesteuert, beginnt man sich zu fragen, ob man diese Verhaltensweisen tolerieren kann oder nicht. Kann man es nicht, entstehen daraus meist Konflikte, die sich häufen und deren damit verbundenen, emotionalen Verletzungen zu Ablehnung dem Partner gegenüber führen. Denn unser Unterbewusstsein ist dafür das, uns vor Schaden zu schützen. Es wird dich also auch von jemandem wegbringen wollen, bei dem du immer wieder Verletzungen, egal ob sie emotional, psychisch oder/ und physisch erlitten wurden. Das ist grundsätzlich richtig so, nichtsdestotrotz hat jede noch so schwierige Situation auch für dich einen Nutzen. Jede Trennung kann dir helfen, dich besser zu kennen und mehr darüber zu erfahren, was du wirklich willst und brauchst. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht und weiß, was es heißt, geschieden zu werden. Es kann kurzzeitig ein Gefühl des gescheitert seins hervorrufen. Auch kann es sein, dass man sich zurückzieht und meint, nie wieder jemanden lieben zu können oder gar jemals wieder vor den Traualtar zu gehen, da das Konzept Ehe durch die Scheidung stark ins Fadenkreuz gerät. Nicht selten trifft man dann auch vermehrt auf Menschen, die einem diese Annahmen bestätigen. Das ist das Interessante am Universum! Denn man bekommt immer das im Außen präsentiert, was man innerlich schon fühlt, für wahr hält und was man sehen will. Deshalb schauen sich Menschen mit Liebeskummer für ihr Leben gern traurige Filme an, wo das Liebesdrama thematisch immer wieder durchlebt wird. Oder sie hören Liebeslieder und Balladen, die die Trauer erst so richtig verstärken. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, wenn es dem Prozess der Verarbeitung dienlich ist. Jedoch ist es gerade in der Phase einer Scheidung meist das Schlimmste, was man tun kann, weil es die Emotionen nur noch mehr auflädt und damit die Klarheit verloren geht.


Deshalb möchte ich dir, lieber Leser, liebe Leserin, sagen: Es ist kein Scheitern, was gerade in deinem Leben geschieht, auch wenn es so aussehen mag. Es ist vielmehr das Ankommen, der Beginn, einer ganz neuen Phase deines Lebens und damit auch deines Wachstumsprozesses, hin zu dem wahren Wesen, was du bist. Sieh es einfach wie eine Geburt. Du verlässt gerade den wohligen Kokon, in dem du die letzten Jahre gesteckt hast und wo du dachtest, bis ans Ende deiner Tage bleiben zu können. Und was soll ich sagen, aber dieses Leben ist nicht dafür da, dass du da bleibst, wo du bist. Vielmehr geht es hier permanent um Veränderung und Wachstum deiner Seele. Willst du also dort bleiben, wo du warst, musst du aus dem Nest geschubst werden und das tut dann meist mehr weh, als beherzt selbst fliegen zu lernen! Dabei war die Zeit im Nest auch sehr wichtig, oder? Sie hat dir geholfen, körperlich und geistig größer und stärker zu werden. Sie hat dich unterstützt, deine eigenen Grenzen bewusst wahrzunehmen. Somit ist auch die Zeit, die du verheiratet warst, eine Zeit wie in diesem Nest gewesen. Sie hat dir bestimmte Erkenntnisse über dich selbst, andere Menschen und die Liebe gebracht. Wenn diese Erkenntnisse jedoch nicht liebevoller Natur sind, hast du deine Aufgabe nicht gelernt und steckst demnach im Kreislauf einer negativen Gedankenspirale fest. Man kann das auch einen Teufelskreis nennen, denn es sorgt dafür, dass du die Welt, deinen Noch-Partner und andere Menschen, die an der Situation noch beteiligt sind, mit negativen Augen anzuschauen. Dies kann dazu führen, dass du und auch dein Partner, sich negativ verhalten und die Kommunikation leidet.


Wie änderst du das?


Höre aktiv zu!

Eine positive Kommunikation bedeutet, aktiv zuzuhören. Gib deinem Partner die Möglichkeit, seine Perspektive auszudrücken, und zeige echtes Interesse an dem, was er zu sagen hat. Unterbrich ihn nicht und versuche, seine Sichtweise zu verstehen, auch wenn es dir schwerfallen mag. Durch aktives Zuhören kannst du Missverständnisse vermeiden und eine Grundlage für eine konstruktive Kommunikation schaffen. Außerdem wirst du bemerken, dass dein Partner dadurch bereit sein wird, auch dir zuzuhören. Mache DU den ersten Schritt!


Nutze eine klare und präzise Sprache!

Verwende klare Worte und bleibe möglich wenig emotional in der Art und Weise, wie du über Vereinbarungen, die nun mal getroffen werden müssen, sprichst. Vermeide es, vage oder übermäßig emotional geladene Aussagen zu machen, die zu Missverständnissen führen könnten. Sei spezifisch und benenne konkrete Probleme oder Anliegen. Dies erleichtert es deinem Partner, deine Standpunkte zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Insbesondere uns Frauen fällt es oft schwerer, in einer Scheidungsphase nicht emotional zu reagieren, weil wir nicht selten in vielerlei Hinsicht das Gefühl, benachteiligt zu sein, bekommen können. Wenn dein Noch-Mann sich dann eher kühl zeigt, kann das wie in einem Pulverfass wirken. Solltest du damit Probleme haben, unterstütze ich dich gern mit begleitenden Gesprächen und einer Emotionen lösenden Hypnose. So wirst du selbstsicherer, siehst schneller die Lösungen für dich und abhängige Kinder und bekommst die Klarheit zurück, was dir gerade guttut.


Vermeide Kommunikation über Kinder oder Anwälte!

Während einer Scheidung ist es wichtig, dass die Kommunikation direkt zwischen den Partnern stattfindet. Vermeide es, über eure Kinder zu kommunizieren. Kinder sind sehr empfindlich während der Scheidung ihrer Eltern und sollten möglichst komplett aus dem Geschehen herausgehalten werden. Auch wenn es dir nicht gefällt, mit deinem Noch-Ehepartner persönlich zu sprechen, ist es dennoch absolut unabdingbar. Denn die Kinder sind keine stille Post für euch. Das kann an emotionalen Missbrauch grenzen und sollte unbedingt vermieden werden. Ihr seid die Eltern und solltet in der Lage sein, über die Bedürfnisse eurer Kinder zu sprechen und gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Falls ihr das nicht schafft, ist es besser, sich externe Hilfe zu holen anstatt mit Familienmitgliedern oder den eigenen Kindern zu verhandeln. An dieser Stelle sei auch gesagt, dass das Einschalten von Anwälten auch nur die letzte Instanz sein sollte. Ist also einer der beiden Partner absolut nicht bereit, persönlich zu sprechen und gemeinsame Lösungen und Kompromisse zu finden oder sich professionell beraten zu lassen, ist der Rat eines Anwaltes erst nötig. Denn Anwälte haben andere Maßgaben und sind nicht darin ausgebildet, die emotionale Lage eines Paares mitzuberücksichtigen. Vielmehr geht es hier nur um Fakten, was die emotionale Schieflage und innere Einstellung zueinander verschlimmern kann. Und wer möchte schließlich nach der Scheidung dem Vater oder der Mutter seiner Kinder nicht mehr in die Augen blicken können? Das kann zu jahrelangem Rosenkrieg und einer zusätzlichen Belastung der Kinder führen. Ich habe das selbst mit ansehen müssen und weiß, wie sich das für alle Beteiligten anfühlt. Auch neue Partner können hier mit betroffen sein, obwohl sie erst viel später in die Familie hinzugekommen sind. Dieser Kreislauf ewigen Leidens kann vermieden werden!


Anwaltsdeutsch, Paragrafen, Klauseln, Rechtstexte auf Schreibtisch, Tastatur, Brille, Stift auf Schreibtisch
Anwaltsdeutsch hilft nicht, wenn es um Emotionen geht

Wähle deine Worte in schriftlicher Kommunikation sorgfältig!

Die Kommunikation per E-Mail oder Textnachrichten kann besonders schnell missverstanden oder falsch interpretiert werden, da man die Mimik und Gestik, die Stimme und die vielen anderen körpersprachlichen Signale des Partners nicht zur Verfügung hat. Um sich aber bewusst zu sein, wie der Partner das wirklich meint, was er da schreibt, braucht es diese Signale. Haben wir sie nicht, wählt das Gehirn die aus, die es kennt und wenn deine Einstellung zum Partner negativ ist, wirst du seine Worte auf jeden Fall negativ bewerten. Es ist also die Kommunikation eingeschränkt und kann sehr leicht aus der inneren Einstellung heraus uminterpretiert werden. Das geht so schnell, dass es dir selbst womöglich zu spät auffällt und du bereits eine Reaktion gebracht hast, die dein Gegenüber nicht versteht. Achte darauf, deine Nachrichten sorgfältig zu formulieren und sie auf sachliche Weise zu übermitteln. Vermeide es, impulsiv oder emotional zu reagieren. Denke daran, dass schriftliche Kommunikation oft vor Gericht als Beweismittel verwendet werden kann. Daher ist es wichtig, respektvoll und bedacht zu bleiben.


Priorisiere das Wohl der Kinder!

Wenn Kinder involviert sind, ist es von größter Bedeutung, dass beide Elternteile das Wohl der Kinder im Auge behalten. Kommuniziere darüber, wie ihr gemeinsam ihre Bedürfnisse erfüllen könnt und eine stabile Umgebung für sie schaffen könnt. Auch hier ist eine persönliche Kommunikation, E-Mails oder Textnachrichten vorzuziehen. Vermeide es, sie in eure Konflikte hineinzuziehen oder sie als Druckmittel einzusetzen. Zeige ihnen gegenüber Respekt und Zusammenarbeit. Ich habe viele Familien während der Trennung begleitet und dabei lag und liegt mein Fokus immer sehr stark darauf, die Kinder zu schützen. Bei mir kannst du dir wertvolle Tipps abholen, wie du mit deinem Noch-Partner kommunizierst, um die Kinder zu schützen. Doch das alles ist kaum möglich, umzusetzen, wenn man die eigenen Emotionen nicht im Griff hat! Daher ist es meine Priorität im Coaching immer, die emotionale Stabilität der Partner zu stützen, sodass die Kommunikation leicht von der Hand geht. Du kannst meine Unterstützung in Form von Einzelgesprächen buchen oder auch als Paar. In jedem Fall empfehle ich, dir deiner inneren Bilder über deinen Noch-Partner bewusst zu werden und diese so zu korrigieren, dass es dir leichter fällt, mit ihm oder ihr zu sprechen. Ängste vor dem Partner oder der Zukunft, die gegebenenfalls auch im Raum stehen können, sollten unbedingt angeschaut und gelöst werden, damit du dich während der Scheidung nicht zu deinen Ungunsten verhältst.


Fazit

Während einer Scheidung ist eine positive, wenig emotionale Kommunikation von zentraler Bedeutung. Durch respektvolle, konstruktive und zugewandte Kommunikation können Konflikte minimiert und Lösungen gefunden werden. Indem du auf eine klare und präzise Sprache achtest, direkt kommunizierst und das Wohl der Kinder priorisierst, schaffst du die Grundlage für eine Zusammenarbeit und ein friedliches Miteinander. Denke daran, dass dies ein Prozess ist, der Zeit, Geduld und Kompromisse erfordert, aber eine gute Kommunikation wird dir helfen, diesen Übergang in deinem Leben zu bewältigen.

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